Das markante Gesicht von Charakterdarsteller Gottfried John ist seit Jahrzehnten aus dem deutschen Film nicht mehr wegzudenken. Geboren 1942 in Berlin, debütierte er noch während seiner Schauspielausbildung am Berliner Schillertheater. Nach der Begegnung mit Rainer Werner Fassbinder gehörte Gottfried John bald zu dessen Team und arbeitete bei Produktionen wie Die Ehe der Maria Braun (1978), Berlin Alexanderplatz (1980) oder Lili Marleen (1980) eng mit Fassbinder zusammen.
Heute ist Gottfried John einer der wenigen deutschen Schauspieler, denen ein internationaler Durchbruch gelang. Doch neben Rollen in James Bond – GoldenEye, Asterix und Obelix oder Der Unhold mit John Malkovich blieb er auch dem deutschen Film treu. So wirkte er in TV-Serien wie Derrick, Tatort oder Ein Fall für zwei ebenso mit wie in großen deutschen Kinofilmen, zum Beispiel in Bin ich schön? (Doris Dörrie, 1998).
Damit gelang ihm der seltene Spagat zwischen kommerziellen Hollywood-Produktionen und kleinen Filmkunststücken. 1999 debütierte er mit seiner Autobiografie Bekenntnisse eines Unerzogenen, 2003 erschien sein Roman Das fünfte Wort. 1999 erhielt er den Bayerischen Filmpreis und 2006 den DIVA-Award.